Auf dem Rückweg unseres ersten Ausflugs mit dem Camper hatte Lazy deutlich gemacht, dass die Transportbox für sie nicht mehr in Frage kommt. Abschließend und mit Sicherheit kann man nie sagen, warum ein Hund ein bestimmtes Verhalten zeigt. Mutmaßlich kommen hier ein paar Dinge zusammen, die am Ende dazu geführt haben, dass Lazy in der Box randaliert hat. Eventuell war es Angst, vielleicht auch Frust oder beides. Auf jeden Fall hatte sie großen Stress.
Lazy hatte von Anfang an ein Problem mit dem Autofahren. Zwar hat sie sich nie übergeben, allerdings ist sie während der Fahrt unruhig, was sie durch bellen und Bewegung zeigt. Sobald wir am Zielort ankommen schnüffelt sie viel und löst sich auch immer recht schnell. Aufregung ist sicherlich ein Aspekt. Und diese liegt auch damit zusammen, dass ihre ersten Autofahrten immer den Start in ein neues Leben mit neuen Menschen in einer neuen Umgebung bedeuteten. Wer kann es ihr da verübeln, dass die Anspannung steigt?! Zumal sie damals noch nicht lange bei uns war und entsprechend nicht zwingend das Vertrauen haben musste, dass wir sie nicht wieder weg geben.
Neben dem fehlenden Vertrauen muss ich selbstkritisch sagen, dass ich die Box nicht so gut und kleinschrittig trainiert habe, wie ich dachte. Im Haus ist die Box ein sicherer Rückzugsort, weswegen ich nicht damit rechnete, dass es ein Problem damit im Fahrzeug geben würde. Auch nach diesem Erlebnis blieb sie im Haus zum Glück als Safe Place erhalten. Lazy sucht die Box, wenn sie im Haus steht, eigenständig auf und schläft tagsüber darin. Es gibt aber ein paar Unterschiede zur Nutzung im Camper: die Türe ist offen, das Haus bewegt sich nicht und Lazy sucht sie freiwillig auf, wird also nicht dorthin geschickt.
Für ein gutes Boxentraining sollte man immer das Endziel – entspanntes Ruhen in der Box während der Fahrt – im Blick haben. Dies schien sich weiter entfernt zu haben, weswegen wir erstmal nach einer anderen Möglichkeit suchten.
Die zweite Möglichkeit, die wir uns als Mitfahrplatz für unsere Hündin überlegt hatten, war der Fußraum vor der Rücksitzbank. Also nähte ich ein Kissen, welches genau in diese Lücke passte. Wir schnallten Lazy mithilfe eines Anschnallgurtes für Hunde an, den wir im Gurtschloss der Rücksitzbank befestigten, aber unterhalb der Sitzbank herausführten. Lazy war in ihrer Bewegungsfreiheit dadurch sehr begrenzt, was ihr zum einen nicht sonderlich gefiel. Zum anderen versuchte sie sich dennoch zu drehen und verknotete sich gefährlich die Beine mit dem sehr kurzen Gurtstück. Letztlich versuchte sie auf die Sitzbank zu springen. Der Gurt war hierfür zu kurz, weswegen sie mit den Vorderpfoten auf der Bank und mit den Hinterpfoten auf dem Boden stand. Sie schaffte es einfach nicht während der Fahrt ruhig auf dem Boden liegen zu bleiben. Es machte den Anschein, als wolle sie rausschauen. Von mir selbst weiß ich, dass mir übel wird, wenn ich während der Fahrt nicht aus dem Fenster schauen kann. Daher hatte ich zwar Verständnis, aber auch Sicherheitsbedenken, wenn Lazy weiterhin während der Fahrt so rumturnt.
Wir dachten nochmal neu und entschieden uns dazu, für Lazy einen Platz auf der umgeklappten Rücksitzbank einzurichten. Die Sitzfläche ist zu schmal für den großen Hund. Sie rutscht bei Bewegung ab und kann sich nicht wirklich entspannt hinlegen. Da wir von einem Bus sprechen, der als Campingfahrzeug ausgebaut wurde, kann die Rücksitzbank zu einem Bett umgebaut werden. Durch das Umklappen der Rückenlehne entsteht eine Liegefläche, die für Lazy genügend Platz bietet, um sich entspannt hin zulegen. Natürlich nutzten wir wieder den Gurt zum Anschnallen.
Es schien, als könne sie hier nun endlich in Ruhe die Fahrt genießen.
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